Feb 03

Natürlich, Leipzig ist für so einiges bekannt. Ich will hier gar nicht vom Mendelssohn oder der Lerche anfangen. Und schon gar nicht vom Allerlei. Exemplarisch genannt seien hier nur einmal die sich vor allem durch ihre x-Beinigkeit und ordentliche Hüftfleischigkeit auszeichnenden Autofahrer oder die mit überproportional großem Vorbau ausgestatteten Seniorinnen. Kennt man. Charakteristisch für diese Stadt sind zudem unsere Gäste: Eigentlich nur Texaner, das aber soweit das Auge reicht. Soweit alles nichts Neues.

Schön ist vor allem, wenn eine Stadt, die sich kunst- und designtechnisch - ich werf hier mal nur HGB, Designers’ Open oder Bildermuseum in den Raum - so einiges auf die Fahne schreibt, die hier lebenden Individuen möglichst naturgetreu und realistisch darstellt. Sagen wir einmal für die verschiedenen Tarifzonen der hiesigen Verkehrs- betriebe.

Man möchte es nahezu mit Ernst Reuters Worten grenzenüberschreitend herausbrüllen: “Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stadt!” Was Leipzig betrifft, schaut jedoch bitte nicht auf die neue Website der LVB. Ihr könntet es euch anders überlegen mit einem Besuch an der Pleiße.

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(Bildquelle: Screenshot LVB) 


Feb 01

Nichts erfordert einen solch exorbitantstarken Willen wie das Herauskriechen aus dem Bett am Montag morgen. Einzig menschliche Stärke befähigt dazu, es bei der 17ten Snooze-Betätigung des Weckers zu belassen und den ersten Schritt Richtung Dusche, den zweiten Richtung Kaffeemaschine und den dritten Richtung Arbeitsplatz zu machen. An manchen Montagen, vor allem wenn sie den Schlussstrich unter ein excellentes Wochenende - zum Beispiel mit Wonderwall-singenden Hasen - setzen, nützen weder hochgradig gutgelaunte Kollegen noch die Boomtown Rats, um den notwendigen Schwung für den bevorstehenden Zeitabschnitt a.k.a. die Arbeitswoche zu bekommen. Ein schier unlösbares Problem, es sei denn, ein schmissiger Elektropop-Hund läuft einem über den Weg. Das beste, was mir heute morgen passieren konnte. Hallo Woche, aus dir kann doch was werden.

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(gefunden hier)



Jan 29

Der Sonntag ist für mich der Tag, an dem es zunächst zum Bäcker und dann zum Zeitungsdealer des Vertrauens geht. Wochenende bedeutet ein wenig mehr Zeit und Muse, sich tatsächlich mit den auf das Papier gebannten Inhalten befassen zu können. Den Rest der Woche dient das Internet als Nachrichtenquelle. Ohne mein Leseverhalten als allgemeingültig deklarieren zu wollen, so kann ich mir doch sehr gut vorstellen, dass ich damit nicht allein bin. Schnelle und aktuelle Nachrichten kommen aus dem Netz, für anspruchsvollere Lektüre geht dann nichts über ausgewählte Printmedien.

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Jan 27

Chuck is back!

Allgemein | Meinung von Anja Rettmann No Comments »

Es war eine permanente Kräftemessung, ein abteilungsübergreifendes Armdrücken, ein allgegenwärtiges Wortgefecht. Damals, als die Chuck-Norris-Witze unser Arbeitsleben oder vielmehr jede Frühstücks-, Mittags- und Kaffeepause, jedes Warten am Kopierer oder der Kaffeemaschine bestimmten, und jeder sich stets sicher wähnte, jetzt aber wirklich den besten der Haudegen-Kalauer in petto zu haben. Doch irgendwie ist’s ruhig geworden um den Chuck. “Deine Mutter benutzt doch Coreldraw”-Sprüche und Westerwaves Sprachdesaster à la “No one reach me the water” bestimmten fortan des Sprücheklopfers Alltag. Auch wenn Guido in diesen Tagen wahrlich ernstzunehmende Konkurrenz aus Baden-Württemberg bekommt und man fürchten muss, künftig nur noch brachialsten Denglischhumor aufs Ohr gedrückt zu bekommen, kann ich doch hier und jetzt Entwarnung geben. Er ist wieder da! Und mit ihm die Eisbergspitze jeglichen Klamauks. Gestern in der Mittagspause auf dem Weg zum Supermarkt des Vertrauens entdeckt: den Beweis über die Renaissance des Chuck N.

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Jan 26

Von Alpha bis Omega-3

Allgemein | Meinung von Anja Rettmann No Comments »

[Trigami-Review]

Im modern-urbanen Lebensumfeld erntet man sie nicht selten, diese zwischen Mitleid und Missachtung schwankenden Blicke, wenn man nach einstündigem Studium einer Speisekarte nach etwas anderem als der bayrischen Schweinshaxe oder böhmischen Rindsroulade fragt. Genauer gesagt: nach einem vegetarischen Gericht. Auch wenn die postmodernen Erlebnisgastronomiehäuser nicht “Zum Goldenen Anker/Hirschen/Ochsen” heißen und hip-styliger daherkommen als ihre Pendants in ländlichen Gefilden, scheint auch hier Vegetarismus manchmal mit Blasphemie verwechselt zu werden - zumindest wird man eben manchmal so angesehen. “Ach, Sie essen kein Fleisch?!” heißts dann entgeistert und wenn selbst die vermutlich automatisierte Nachfrage “Dann Fisch?” verneint wird, verliert der Kellner entweder die Verfassung oder die eh schon wenig ausgeprägte Geduld. Natürlich verhalten sich nicht alle Speiselokale gegenüber dem gemeinen Fisch- und Fleischverneiner derart reserviert, aber ich für meinen Teil kann mich an viele Restaurantbesuche erinnern, bei denen ich - nach langem Hin und Her mit verständnisarmen Kellnern - ein diversifiziertes Menü aus drei Beilagen zu mir genommen habe.

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Jan 19

Chips meet Archive

Allgemein | Meinung von Tom und Anja 1 Comment »

Da es neben dem Leben als Onlineschreibling auch eine weniger digitale Welt gibt, da Tasten nicht zwangsläufig die einer Computertastatur sein müssen und Strom nicht einzig dazu dient, den Rechner zu erhellen, ging es gestern abend zum Kuturausflug in die Leipziger Schaubühne. Grund war der hoheitliche Besuch der Londoner Band Archive. Pflicht für jeden, der einmal sehen will, wie man Rock, Electro, Hip Hop und a bissel Soul in einen Topf schmeist und daraus ne ganz anständige Suppe kocht.

Jetzt geht man natürlich keineswegs allein zu einem solchen Feste und so seien hiermit die 21/2 Nicht-Chipser Milan, Marcel und Jörg freundlichst gegrüßt. Jaja Petzi, irgendwie gehörst du in unserer Welt noch immer partiell dazu… Und schon schnipsen wir aus einer virtuos-analogen wieder in die virtuelle Welt zurück, hauen in die Tasten, die nicht die eines Pianos sind, und nutzen den Strom für den Rechner und keineswegs für Rock’n'Roll… Wie dem auch sei - ein großer Abend mit uns. Und Archive! Wem es bisher nicht gegeben war, die Band live zu sehen, der lasse sich von folgendem kleinen Clip das Herz erwärmen: