Plastik zum Liebhaben
Es ist traurig, aber leider wahr: Pflanzen hassen mich. Es muss einfach so sein, denn keine meiner Zimmer- oder Balkonpflanzen haben bisher in meiner Obhut ein langes Dasein gefristet. So sehr ich mir auch Mühe gebe – sei es durch das Düngen mit feinstem Kaffeesatz, das Gießen mit handgewärmten Wasser, damit sie ja keinen Kälteschock bekommen oder durch das Vorspielen prämierter Bestseller-Hörbücher – sie wählen lieber den welken Freitod, ohne Rücksicht auf meine Gefühle zu nehmen. Schnief.

Da lobe ich mir die Chinesen, denn die haben ein Herz für Floral-Loser wie mich und entwickelten eine Pflanze ganz aus Plastik. Nix besonderes, mag man jetzt denken, Plastikblumen gibt’s doch wie Sand am Meer. Aber weit gefehlt: Diese Blume bekommt dank Solarzellen-Speisung motorisches Leben eingehaucht, wippt im Sonnenlicht entspannt hin und her und wackelt mit den Blätterchen. Das ist so niedlich anzuschauen, dass einem das Herz aufgeht – und ist dabei viel niedlicher, als eine richtige Topfpflanze es je sein könnte. So, lass dir das gesagt sein, Usambaraveilchen, Amaryllis, Tolmia Menziesii und … wie sie nicht alle heißen.
Diese chinesische Blume freut sich, wenn die Sonne scheint - und ist ansonsten völlig anspruchslos. Ganz ohne Wasser, ohne Dünger und ohne Entertainment-Programm. In unserem Redaktionsbüro hat sie mittlerweile einen festen Platz am Fenster. Und wippt und wackelt munter weiter … zumindest solange das miese Herbstwetter auch mal einen Sonnenstrahl durchlässt.
Oben zu sehen ist übrigens ein Bild unserer büroeigenen Wackelblume - man beachte vor allem den “Bitte nicht mit Wasser gießen”-Hinweis für die ganz Schlauen.


November 6th, 2009 at 10:10
Öhm…*räusper* - dann doch lieber ne echte Pflanze. Auch wenn Sie ständig nachgekauft werden müssen :-)
November 6th, 2009 at 13:09
Jedem Tierchen sein Plaisierchen, aber apropos: Wenn ich bedenke, was ich mit Ungeziefer, Trauermücken, Blattläusen und Pflanzendünger bisher zu kämpfen hatte, dann kann ich da nur wie unser kleines Blümelein das Köpfchen schütteln und ein Stückchen näher an die Plaste rutschen, die nie dat Köpfchen hängen lässt. Denn in Zeiten wie diesen, braucht man zumindest etwas, was bleibt ;)