Schlagzeilen zum Draufhauen
Auch heute gibt es wieder was aus unserer beliebten Rubrik “How NOT to do it” in Sachen journalistisches Texten. So genügt zum Beispiel nur ein Blick auf eine Titelseite der Internet World Business - und sofort wird erstmal in Alarmstimmung das Marketingbudget für sämtliche Online-und Mobile-Aktivitäten eingefroren. … Warum? - Na, Schlagzeilen wie “Web verliert an Gewicht” und “Nur jeder Fünfte surft mobil” verlangen doch sofortige Reaktionen! … Oder auch nicht, denn die Lektüre der zugehörigen Artikel offenbart: Soooo schlimm isses dann Gottseidank gar nicht!

Denn das Web verliert zum Beispiel nicht komplett an Bedeutung, wie die Überschrift schmissig-unsubtil suggeriert, sondern es wird lediglich bei Pro Sieben Sat1 der Einfluss der Onlinesparte in der Führungsriege geschmälert … Puh! Nochmal Glück gehabt! (Außer natürlich, man gehört zu den ca. 0,00001 Promille der Bevölkerung, die tatsächlich in der Online-Sparte bei Pro Sieben Sat1 tätig sind, und zwar in der Führungsriege: Dann trifft die Aussage voll ins Schwarze. Aber dass die Internet Business World für solch eine extrem spezifizierte Zielgruppe schreibt, war mir noch gar nicht bewusst).
Und was den Fall des Artikels zu “Nur jeder Fünfte surft mobil” angeht - hier wurde wieder mal leichter Hand eines der wichtigsten journalistischen Qualitätskriterien über Bord geworfen: keine Wertung! - Als Aufmacherartikel einer nicht ganz unbedeutenden Fachzeitschrift ein kleines Armutszeugnis…


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