Sex zum Schnäppchenpreis
Dass die Lebenshaltungskosten in hiesigen Gefilden durchaus niedriger sind als in anderen Ecken der Republik, ist ja bekannt. Alles, was laut Maslow’scher Bedürfnisspyramide als allererstes her muss, um vielleicht nicht glücklich, aber immerhin zufrieden zu sein, steht in Leipzig meist für ein annehmbares Entgelt zur Verfügung. Die Mieten sind erschwinglich, Discountkaufläden gibts an jeder Ecke, die Luft zum Atmen ist sogar umsonst - dank anvisierter Umweltzone ist sie sogar irgendwann sauber. Nur die Sache mit der praktischen Ausübung des Geschlechtsverkehrs - ob mit schierer Vergnügungs- oder ganz pragmatischer Fortpflanzungsabsicht - kann sich unter Umständen als heikel herausstellen. Ob es die Abwesenheit eines Sexualpartners ist oder dessen Kopfschmerz, sei mal dahingestellt.

Jedenfalls: Auch dieser vornehmlich in der Waagerechten praktizierte Akt kann nun, zumindest in finanzieller Hinsicht, sehr entspannt vollzogen werden. Ganz einfach - mit Sex (almost) for free! Ob es nun die Frustrierten, Alleingelassenen oder Nymphomanen dieser Stadt sind (die Indiskreten werden es wohl nicht sein), die dem neuesten Geniestreich einer innerstädtischen Buchhandlung auf den Leim gehen, mag ich kaum zu beurteilen. Statt “Sex ab 1,99″ - wie es der knallegelbe Verkaufsanheizer verlautbart, kann hier lediglich eine Auswahl an erotischer Literatur erworben werden. Na toll, ein bisschen Kamasutra also, 69-Lehrbücher, vielleicht “Lady Chatterley”. Das hab ich jedenfalls - aus reinem journalistischen Interesse versteht sich - auf Nachfrage erfahren. Liebe Schaufensterbummler, ich muss Euch enttäuschen: Die horizontale Vergnügung der weniger literarischen Art ist dann wohl auch in der Wohlthat’schen Buchhandlung etwas teurer.


Letzte Kommentare