Tierisch lustig. Aber sowas von.

Wenn selbst Frauen plötzlich Abwehrtaktiken diskutieren und Abseitsregeln erklären können, sich das schwarz-rot-goldene-Fähnchen ans Auto pappen und Theaterschminke in entsprechender Farbkombi ins Gesicht schmieren, dann weiß man: Vier Jahre sind rum, es ist mal wieder WM. Wehe dem - oder mir in diesem Fall -, der des Morgens im vertrauten Kolleginnenkreise ein “Gegen Spanien ham wir keine Chance” in die professionelle Fußballdebatte einwirft. Mahnende “Wie kannst du nur…”-Blicke plus das prompte Contra in Form sprudelnder Argumente, warum und wieso “unsere Jungs” die Spanier heute Abend nur so wegputzen werden, sind einem gewiss.
Aber zugegeben, die Beweislast ist auch wirklich erdrückend. Denn Leon hat auf den spanischen Sieg gesetzt - und der Leon hat sich bisher immer vertippt. Also gewinnen ganz logischerweise wir. Ist klar. Nur hat der Paul auch auf die Spanier gesetzt - und auch Paul hat im Fußball-Toto der diesjährigen WM noch nie danebengelegen. Was sich auf den ersten Blick wie der Einwurf seitens der männlichen Kollegenschaft anhört, scheint in Wirklichkeit sowas wie der Einzug von Brehms Tierleben in die Fußballwettenmentalität zu sein. Wenn hierzulande jetzt schon die Nahrungsauswahl eines orakelnden Tintenfisches sowie eines Stachelschweins für den argumetativen Diskurs zu Rate gezogen werden, dann… ja dann… kann das ja heute für die Spanier uns nur gut ausgehen. Aber wirklich.
Also: Daumengedrücke gen Südafrika. Ich für meinen Teil geh jetzt nach Hause mein Kaninchen befragen.


Letzte Kommentare