Change your Blickwinkel
Die Deutschen neigen ja gern mal zum Jammern – sogar wenn sie einen festen Job, eine warme Wohnung und ein Wohlstandsbäuchlein vorweisen können. Viele Leute sind sich selbst am nächsten und bauschen kleine Tiefschläge zur persönlichen Katastrophe auf. Das ist zwar nur menschlich, beeinträchtigt aber den Blick für die Belange anderer, vielleicht weit weniger glücklichen Personen - selbst wenn sie sich im unmittelbaren, persönlichen Umfeld befinden. Wie sollen sie sich dann erst für das Elend der Menschen interessieren, die etliche Flugstunden von unserer Heimat entfernt in Afrika leben? Zusätzlich werden Spaß und Zerstreuung heute oftmals als wichtiger eingeschätzt als soziales oder politisches Engagement. Und den eigenen Kenntnisstand über die Zustände in Ländern der Dritten Welt zu erweitern, ist meist unangenehm und müßig. Wie also soll man gegen diese Oberflächlichkeit ankämpfen und das öffentliche Interesse wecken?

Am besten indem man die Begierde nach Spaß und Unterhaltung positiv umwandelt. Genauso hat es die Organisation SOS-Kinderdörfer gemacht und die Idee „change her life“ in einer Art Onlinespiel umgesetzt. Die SOS-Kinderdörfer setzen sich seit 1949 für verwaiste Kindern weltweit ein und helfen ihnen, ein menschenwürdiges Leben zu führen. Das Projekt „change her life“ möchte nun speziell auf die Missstände der afrikanischen Mädchen aufmerksam machen, deren Lebenslauf von Kinderarbeit, früher Heirat und fehlender Bildung geprägt ist. Während des Spiels kann der Nutzer einmal Schicksal spielen und über den Lebensverlauf eines kleinen Mädchens aus einem Armenviertel in Nairobi entscheiden. Soll es zur Schule gehen oder auf der Plantage arbeiten? Soll die Mutter der Kleinen eine Ausbildung ermöglichen oder sie jung verheiraten? Essentielle Fragen, die für Westeuropäer absurd erscheinen, aber zum Alltag der Mädchen in Afrika schlichtweg dazugehören.
Mit einer kleinen Spende und der Initiative der SOS-Kinderdörfer kann jeder das Leben dieser Mädchen in Not nachhaltig positiv verändern. Das will „change her life“ ausdrücken und möchte gleichzeitig dazu ermuntern, online zu spenden. Und ganz nebenbei lernt der Nutzer des grafisch durchaus gut umgesetzten Spiels auch noch etwas über die Probleme, mit denen Mädchen und Frauen in Afrika kämpfen müssen. Die Aktion ist auch über Facebook vernetzt, damit die Idee eine möglichst große Reichweite erzielen kann. Zudem gibt es ein Video, welches das Anliegen von „change her life“ in Kürze auf den Punkt bringt.

Wer die Seite des Projekts besucht und das Spiel erstmal probiert hat, wird hoffentlich ein bisschen weniger jammern und auch mal an den Rest der Welt denken, anstatt nur an sich selbst.


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