Der Sonntag ist für mich der Tag, an dem es zunächst zum Bäcker und dann zum Zeitungsdealer des Vertrauens geht. Wochenende bedeutet ein wenig mehr Zeit und Muse, sich tatsächlich mit den auf das Papier gebannten Inhalten befassen zu können. Den Rest der Woche dient das Internet als Nachrichtenquelle. Ohne mein Leseverhalten als allgemeingültig deklarieren zu wollen, so kann ich mir doch sehr gut vorstellen, dass ich damit nicht allein bin. Schnelle und aktuelle Nachrichten kommen aus dem Netz, für anspruchsvollere Lektüre geht dann nichts über ausgewählte Printmedien.
Es war eine permanente Kräftemessung, ein abteilungsübergreifendes Armdrücken, ein allgegenwärtiges Wortgefecht. Damals, als die Chuck-Norris-Witze unser Arbeitsleben oder vielmehr jede Frühstücks-, Mittags- und Kaffeepause, jedes Warten am Kopierer oder der Kaffeemaschine bestimmten, und jeder sich stets sicher wähnte, jetzt aber wirklich den besten der Haudegen-Kalauer in petto zu haben. Doch irgendwie ist’s ruhig geworden um den Chuck. “Deine Mutter benutzt doch Coreldraw”-Sprüche und Westerwaves Sprachdesaster à la “No one reach me the water” bestimmten fortan des Sprücheklopfers Alltag. Auch wenn Guido in diesen Tagen wahrlich ernstzunehmende Konkurrenz aus Baden-Württemberg bekommt und man fürchten muss, künftig nur noch brachialsten Denglischhumor aufs Ohr gedrückt zu bekommen, kann ich doch hier und jetzt Entwarnung geben. Er ist wieder da! Und mit ihm die Eisbergspitze jeglichen Klamauks. Gestern in der Mittagspause auf dem Weg zum Supermarkt des Vertrauens entdeckt: den Beweis über die Renaissance des Chuck N.
Im modern-urbanen Lebensumfeld erntet man sie nicht selten, diese zwischen Mitleid und Missachtung schwankenden Blicke, wenn man nach einstündigem Studium einer Speisekarte nach etwas anderem als der bayrischen Schweinshaxe oder böhmischen Rindsroulade fragt. Genauer gesagt: nach einem vegetarischen Gericht. Auch wenn die postmodernen Erlebnisgastronomiehäuser nicht “Zum Goldenen Anker/Hirschen/Ochsen” heißen und hip-styliger daherkommen als ihre Pendants in ländlichen Gefilden, scheint auch hier Vegetarismus manchmal mit Blasphemie verwechselt zu werden - zumindest wird man eben manchmal so angesehen. “Ach, Sie essen kein Fleisch?!” heißts dann entgeistert und wenn selbst die vermutlich automatisierte Nachfrage “Dann Fisch?” verneint wird, verliert der Kellner entweder die Verfassung oder die eh schon wenig ausgeprägte Geduld. Natürlich verhalten sich nicht alle Speiselokale gegenüber dem gemeinen Fisch- und Fleischverneiner derart reserviert, aber ich für meinen Teil kann mich an viele Restaurantbesuche erinnern, bei denen ich - nach langem Hin und Her mit verständnisarmen Kellnern - ein diversifiziertes Menü aus drei Beilagen zu mir genommen habe.
Da es neben dem Leben als Onlineschreibling auch eine weniger digitale Welt gibt, da Tasten nicht zwangsläufig die einer Computertastatur sein müssen und Strom nicht einzig dazu dient, den Rechner zu erhellen, ging es gestern abend zum Kuturausflug in die Leipziger Schaubühne. Grund war der hoheitliche Besuch der Londoner Band Archive. Pflicht für jeden, der einmal sehen will, wie man Rock, Electro, Hip Hop und a bissel Soul in einen Topf schmeist und daraus ne ganz anständige Suppe kocht.
Jetzt geht man natürlich keineswegs allein zu einem solchen Feste und so seien hiermit die 21/2 Nicht-Chipser Milan, Marcel und Jörg freundlichst gegrüßt. Jaja Petzi, irgendwie gehörst du in unserer Welt noch immer partiell dazu… Und schon schnipsen wir aus einer virtuos-analogen wieder in die virtuelle Welt zurück, hauen in die Tasten, die nicht die eines Pianos sind, und nutzen den Strom für den Rechner und keineswegs für Rock’n'Roll… Wie dem auch sei - ein großer Abend mit uns. Und Archive! Wem es bisher nicht gegeben war, die Band live zu sehen, der lasse sich von folgendem kleinen Clip das Herz erwärmen:
Der Rettungsanker Haiti ist eine Spendenaktion, die Johnny Haeusler vom Spreeblick ins Leben gerufen hat. Binnen weniger Tage konnte auf diesem Weg bereits eine fünfstellige Summe erreicht werden. Es braucht nicht viele Worte, um zu erklären, wo, warum und von wem in diesen Tagen ein Riesenberg Hilfe benötigt wird. Die täglichen Meldungen und Bilder aus der Karibik lassen uns erschauern und uns der notwendigen kollektiven Kraftanstrengung bewusst werden. Helfen hilft - und heißt in Zeiten des Web 2.0 auch weitersagen. Das tun wir hiermit kurz und bündig. Tolle Aktion vom Spreeblick!
Der Corporate Media Blog begleitet den Corporate Media Channel als Redaktionsblog. Hier posten die Autoren Kuriositäten aus ihrem Arbeitsalltag, geben das eine oder andere interne Schmankerl zum Besten - und schauen immer mal ein wenig über den Tellerrand der Unternehmenskommunikation.
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